19. Februar 2015

Endlich Leben

Hallo ihr Lieben.

Heute kommt mal wieder ein etwas anderer Post.
Durch andere Blogs habe ich gelernt, dass man entweder einen "Ich-bin-total-perfekt-und-kann-was-Blog"oder einen "Ich-mach-mir-die-Welt-schön-und-bunt-Blog", gern auch "Ich-nähe-nur-Blog" oder "Ich-kann-kochen-und-fotografieren-Blog", "Ich-bin-Mami-Blog", "Ich-kann-gut-organisieren-Blog" oder "Ich-scrappe-Blog" führen kann.
Alle diese Blogs lese ich auch gern! Ich möchte sie nicht schlecht machen, auf keinen Fall!
Ich wollte immer einen "Ich-bin-perfekt-nähe-scrappe-bin-kreativ-Powerfrau-Blog", auf dem ich Talent und Schönes festhalte und der Welt da draussen zeigen kann.
Aber ermutigt durch "Auch-ich-habe-Schwächen-Blogs", und damit sind nicht Schwächen für tolle Stoffe, Papier oder Wohneinrichtungen gemeint, sondern menschliche!, die trotzdem ganz wundervoll sind und wirklich tolle Aussagen in diese Bloggerwelt bringen kommt heute auch von mir mal wieder so ein Post.


Notgedrungen musste und muss ich mich nämlich mit meinen Schwächen auseinander setzten.
Neben der tatsächlichen Krankheit, die kommt und geht (gerade scheint es ein Virus zu sein, der Erkältung und Magen-Darm zusammen überbringt), hat mein Körper schon lange ein deutliches Zeichen für mich, dass mein Leben, so wie ich es lebe nicht gut für mich ist.
Seit etwa eineinhalb Jahren (!) trage ich nun dieses körperliche Symptom mit mir herum. Mein Magen reagiert auf Stress. Dabei reagiert er nicht nur auf diese Art von Stress, die man hat, wenn man zu wenig schläft oder von einem Termin zum anderen rennt, nein mittlerweile wird mir auch schon beim Gedanken an die kommenden Tage mit ihren Terminen und Aufgaben schlecht.
Das hat dazu geführt, dass ich mir eine Art Burg gebaut habe, in der ich gut mit den Symptomen umgehen kann, verlasse ich aber diese Burg, bin ich so scheint es, allem hilflos ausgeliefert.


Das Verzwickte an solch einer Situation ist, dass man sich meistens die ursprünglichen Auslöser als Ausrede zurechtlegt, dabei aber gar nicht merkt, dass es mittlerweile eigentlich diese Auslöser gar nicht mehr gibt, sondern die Gedanken die Reaktion verursachen.
Hat also bei mir alles durch kurze Nächte mit Baby + Pendeln + Uni + Haushalt + Geschwisterkind angefangen, so habe ich mittlerweile diese Auslöser gar nicht mehr, aber immer noch gleiche Symptome, da ich mir sie über lange Zeit aufgebaut habe und nun nicht mehr loswerde, einfach so.
Natürlich denkt man, dass es doch alles nur halb so wild ist und Morgen alles wieder ganz normal läuft. Und dann gibt es ein paar Tage, die toll laufen, vielleicht sogar ganz Beschwerdefrei und dann kommt alles mit einer Wucht zurück, dass es einen umhaut.

Mittlerweile bin ich an dem Punkt angelangt, wo ich weiß, dass ich selbst mein Problem bin und mir meine Probleme erschaffe. Aber das reicht nicht. Ich bin soweit, dass ich Hilfe brauche, um aus dieser Spirale den Ausweg zu finden und leider weiß ich nun auch, dass der Weg hinaus langwierig ist.
Dennoch habe ich eins begriffen: Ich musste erst fallen, damit ich erkenne, wie ich wieder aufstehen kann.
Und so habe ich eine tolle Gruppe in unserer Gemeinde gefunden, mit der ich nun gemeinsam versuche, den Weg zu einem erfüllteren Leben anhand einer Anleitung zu finden.
Klingt ja immer so einfach und so was gibt es ja schon in so vielen Ausfertigungen. Ja, da gebe ich euch Recht, aber ich weiß, dass meine Hilfe allein von ganz Oben kommen kann. Ein Kurs Autogenen Trainings mag auch eine schöne Hilfe sein, allerdings packt es nicht die Wurzel an.



Es gibt eine Steckdose für mich, die auf der Welt nicht zu finden ist. Meine Steckdose, in die ich meinen Stecker stecken kann und wieder aufgeladen werde heißt Jesus.
Warum ich das hier schreibe? Es war mir an diesem Morgen, an dem ich selbst im Bett liege und glücklicherweise einen gesunden Mann habe, der heute mal die Kinder versorgen kann, ein Bedürfnis, festzuhalten, was bei mir gerade eigentlich los ist.
 Ich möchte gern einen Blog führen, der authentisch ist und wenn ich schöne Bilder zeige, dann sollen diese ehrlich sein.
Ich verbringe nun viel Zeit damit, zu schauen, wie ich mich verändern kann, damit mein Leben wieder schöner wird und ich frei werden kann von psychosomatischen Symptomen, die mir Lebensqualität rauben.
Und dieses Arbeiten mit Material ist für mich reizvoll und lädt zu kreativen Ergüssen ein, die ich euch auch zeigen wollte. Tja und dann hatte ich die Bilder hochgeladen und überlegt, was ich schreibe.
Dabei ist nun dieser Post entstanden, der mich selbst ermutigen soll und vielleicht bei dem ein oder anderen Leser auch Gutes bewirken kann.



Liebe Grüße
Eure Anni

Kommentare:

  1. Wie wunderbar, Annika! Eine Freude für unseren Gott! Denn du weißt jetzt wo deine Hilfe ist.: Ein schöner und wichtiger Satz: "aber ich weiß, dass meine Hilfe allein von ganz Oben kommen kann. Ein Kurs Autogenen Trainings mag auch eine schöne Hilfe sein, allerdings packt es nicht die Wurzel an."
    Sehr erfreut, dies hier gelesen zu haben. d@gobertr

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  2. Liebe Anni, ich kenne dein Problem - hab ich es doch selbst jahrelang mit mir rumgetragen.
    Das artete so weit aus, dass ich bevor ich das Haus verlassen wollte nichts mehr essen durfte - sonst hatte das schlimme Folgen....

    Ich habe es ohne Gruppe geschafft und bin seit dem die "Gute-Laune-Fee" im Büro...
    ich bin immer noch gern perfekt und mach immer noch gern alles richtiger wie andere - aber gehts mal schief lass ich es nicht mehr so an mich ran...(Gedanken mach ich mir immer noch ab und an - aber halt nicht so sehr) - und mein Magen lässt mich seit dem weitestgehend in Ruhe...

    Ich wünsche dir, dass du deinen Weg findest und so "zur Ruhe" kommen kannst wie ich...Stress und ich sind gute Freunde geworden... obwohl meist ist es ja nicht der Stress sondern nur die Gedanken die man sich selbst macht....

    du schaffst das und ich drück dir fest die Daumen...

    LG Steffi

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    1. Liebe Steffi.
      Es ist schön, wenn man von anderen mit gleicher Problematik hört und das es Auswege gibt!
      Ich glaube auch ganz fest daran, dass es wieder weg geht, aber wenn man betroffen mitten drin steckt und der Alltag eine Qual ist, fällt auch das Hoffen oft schwer. Dennoch denke ich, dass es bald Berg auf geht und umso schöner zu hören, dass du es geschafft hast! Danke.

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